Angkor

Das alte Ankor

Der Besuch des alten Angkor in Kambodscha ist ein Höhepunkt unserer
Indochinareise. Nach Jahrzehnten von Krieg und Bürgerkrieg ist Kambodscha seit
wenigen Jahren für Touristen wieder zu bereisen. Unser deutschsprachiger Führer
Thol ist ein typisches Beispiel für die Geschichte des Landes. Der Bürgerkrieg
ging mitten durch seine Familie. Ein Onkel wurde umgebracht, ein anderer war bei
den Roten Khmer.

Wir besuchen die Tempel von Ankor, die zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert
gebaut wurden. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km² wurden bereits mehr
als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Hinduistische
und buddhistische Könige bauten diese gewaltige Tempelanlage, die zu größten der
Welt gehört. Ankor ist das Zentrum der Khmer-Kultur. Wir sehen einige der
wichtigen Tempel und Thol führt uns oft auf Pfaden abseits vom riesigen
Touristenstrom. So können wir die alten Zeugen der Khmerkultur, ihre Architektur
und ihre Bauplastik auf uns wirken lassen. Dazu gehört die Silhouette der
Tempelanlagen bei Sonnenuntergang.

Die Bauwerke sind überwiegend aus Ziegeln, Lehm und Sandstein gebaut. Wir sind
beeindruckt von den Steinmetz – Arbeiten auf Türstürzen und an Tempelwänden. Das
größte Flachrelief, 600 Meter lange und zwei Meter hoch, zeigt das Leben in
Kambodscha in der alten Zeit. Wir sehen die Abbildungen historischer Schlachten
mit Pferden, Elefanten und Hunderten von Soldaten im Nahkampf. Doch wir finden
auch Szenen aus dem Leben Krishnas und immer wieder die tanzenden Apsaras.

In allen Tempeln finden wir Reliefs, dabei sind viele Szenen, die das
Alltagsleben der Bevölkerung zeigen. Wir finden Bilder des häuslichen Lebens,
Kochen und Backen, sogar eine Entbindung ist dargestellt. Wir sehen die
Markfrauen, die Händler, Menschen beim Brettspiel und beim Hahnenkampf, wir
sehen Jongleure und Ringer. Alltagsleben ist in der westlichen Kultur zu der
Zeit nicht abgebildet. Es gibt Pflanzen und Tierdarstellungen, die mich an
Paradies und an Höllendarstellungen in der westlichen Kunst erinnern. Breughel
hat ähnliche Grausamkeiten gemalt, wie sie hier in Stein gehauen sind.

Einige der Tempel sind in den vergangenen Jahrhunderten vom Urwald überwuchert,
die Natur hat sich das Land zurückgeholt, wir sehen riesige alte Bäume, den
Kapokbaum und den „Würgebaum“, der seinem Namen alle Ehre macht. Die Bäume
wachsen in die Anlagen hinein und sind mit dem Mauerwerk verwachsen und
verschlungen. Sie halten und zerstören gleichermaßen.

Es ist nur ein kurzer Besuch, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
 

Metzger bei der Arbeit



Metzger bei der Arbeit

 
 

Hahnenkampf


Hahnenkampf

Sonnenuntergang in Angkor Wat


Sonnenuntergang in Angkor Wat

 
  Der Urwald im Tempel


Der Urwald im Tempel

Apsaras


Apsaras

 
  Ansicht eines Wohnhauses


Ansicht eines Wohnhauses


„In allgemeinen tragen Frauen wie Männer nur einen Streifen Stoff, der um die
Taillegebunden wird, und die bloßen Brüste von milchweißer Farbe freilässt.“
Zhou Daguan (Chinesischer Gesandter in Ankor, 1296)

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